Guatemala

Wie immer, wenn es um schöne Getränke geht, geht es für mich auch immer um das Terroir. Daher schreibe ich hier auch erst mal etwas über Land, Leute und Geschichte bevor es an die Rums aus Guatemala geht. Wer sofort zur Beschreibung der Rums und deren Herstellung will, kann folgende interne Links verwenden:

  • Rum Geschichte in Guatemala
  • Ron de Guatemala
  • Zuckerrohranbau in Guatemala 
  • Rum Herstellung in Guatemala
  • Ron Botran
  • Ron Zacapa
  • Sonstige Rums aus Guatemala.

Allgemeines zu Guatemala

 

Der Staat Guatemala ist mit fast 110.000 km² auf der Halbinsel Yucatán der nördlichste und bevölkerungsreichste Staat in Latein-Amerika. Seine Nachbarstaaten sind Mexiko, Belize, Honduras und El Salvador. Über die Bedeutung und Herkunft des Namens Guatemala gibt über 16 Theorien. Die gängigsten Interpretationen und Ableitungen des Wortes sind folgende:

  • Ableitung aus dem toltekischen Cuauhtemallan, wonach es als „Land der Bäume“ übersetzt werden kann.
  • Ableitung aus dem Wort Kuautemalli der Nahuátl (Azteken), wonach es Breiapfelbaum bedeutet.
  • Aus dem alten Wort Guhate-zmal-ha, wonach es der Berg des dampfenden Wassers ist.

Man kann Guatemala aber auch aus einem weiteren alten Wort der Azteken in "das Land der vielen Sprachen" übersetzen, was auch heute noch seine Gültigkeit hat, denn in Guatemala gibt es neben der Amtssprache spanisch noch 53 weitere Sprachen. Die guatemaltekische Flagge besitzt 2 blaue Balken, die den Atlantik und Pazifik symbolisieren, und einen weißen Balken in der Mitte, der für die Reinheit des Landes steht.

Der Nationalvogel des Landes heißt der bunte und vom Aussterben bedrohte Quetzal. Sein letztes Rückzugsgebiet ist ein kleiner Rest Nebelwald im Hochland von Guatemala. Der Legende nach waren die Vögel ehemals grün, doch als die Spanier den letzten König der Quiché-Indianer ermordeten, badete der Vogel im Blut des Königs und hat seitdem rote Brustfedern. Der Quetzal ist auch Namensgeber für die Währung des Landes (1 Guatemaltekischer Quetzal = ca. 0,12 €).

Geographie von Guatemala

 

Hauptstadt und größte Stadt Guatemalas ist Guatemala-Stadt, der längster Fluss ist der Río Motagua und der höchste Berg ist der Tajumulco mit 4.220 m.ü.M. Im Osten liegt im Golf von Honduras ein Küstenstreifen zum Karibischen Meer und im Südwesten eine lange Pazifikküste. Naturräumlich kann Guatemala in 4 Zonen eingeteilt werden:

  • Pazifikküste
  • Vulkankette der Sierra Madre
  • Hochland
  • und das Tiefland von Petén.

 

Der pazifische Küstensteifen im Osten Guatemalas ist bis zu 50 km breit und 240 km lang. Die Küstenregion ist in die Costa Sur und in die dahinter liegende fruchtbare Boca Costa untergliedert. Die Strände bestehen zum großen Teil aus schwarzem Sand, der sich in der Tagessonne extrem aufheizt und kaum von Massentourismus verschont ist. Die Strände dienen Wasserschildkröten als Nistplätze für ihre Eier. Im Süden zu Honduras gibt es noch einige Mangrovenwälder. In der hinter der Küste liegenden fruchtbaren Schwemmlandschaft mit feucht-tropischem Klima gibt es optimale Bedingungen für den Zuckerrohranbau und Bananen-Pflanzungen.

 

Vom pazifischen Küstenstreifen schließt sich östlich die Sierra Madre mit 34 inaktiven und 3 aktiven Vulkanen (Aktiv sind: Pacaya, Fuego und Santiaguito. Der Pacaya liegt 30 km südlich von Guatemala-Stadt). Die Vulkane sind Teil der vulkanisch geprägten Kordilleren im Westen des amerikanischen Doppelkontinents. Der Vulkan Tajumulco ist mit 4.220 Metern der höchste Berg Guatemalas. Das Treffen der karibischen, nordamerikanischen und Coco-Erdplatte verursacht regelmäßig mehr oder weniger starke Erdbeben. Nördlich der Sierra Madre befindet sich die nicht-vulkanische Sierra de los Cuchumatanes aus Kalkstein.

 

Das zentrale Hochland liegt auf 1.500 bis 3.000 Metern über dem Meer und besteht aus Granit, Schiefer und paläozoischen Kalk- und Sandsteinen. Das Hochland wird von mehreren von NW nach SE verlaufenden Gebirgsketten gebildet, zu denen auch die Sierra Madre gehört. Zwischen 1.300 und 1.800 Metern Höhe liegt das bevölkerungsreiche Zentrum mit der Hauptstadt Guatemala-City und milden Tagestemperaturen zwischen 18 und 28 °C. Die Vegetation des Hochlands ist von Grassteppe bis Dornstrauchsavanne und einem kleinen Berg-Regenwald geprägt. Nur am Lauf des Motagua-Flusses erstreckt sich im Hochland eine fruchtbare Ackerbau-Region. Das Gebiet östlich der Hauptstadt bis zu den Grenzen Honduras und El Salvador wird als Oriente bezeichnet und ist ein trockenes Grasflächen-Land.

 

Petén ist das dünn besiedelte Tiefland mit tropischem Regenwald im Norden von Guatemala. Der Regenwald, als Selva Maya, erstreckt sich auf der Kalktafel von Yucatán über Belize bis nach Mexiko und ist nach dem Amazonas-Gebiet das zweitgrößte Regenwaldgebiet des Amerikas. Petén war bis ins Ende des 20. Jahrhunderts kaum erschlossen, so gab es z.B. in Petén bis 1982 keine einzige asphaltierte Straße. Das größte Departamento in mit 1/3 der Fläche von Guatemala hat die Hauptstadt Flores und gilt als Ursprungsgebiet der Maya. Hier befinden sich über 200 archäologische Stätten, u.a. die bekannten Ruinen von Tikal, Yaxha, El Mirador oder Nakbé.

Die Menschen Guatemalas sind die Guatemalteken, die sich zu 87 % zur christlichen Religion bekennen. Rund 40 % (6,2 Mio.) sind Nachkommen der Maya, die zu 20 verschiedenen indigenen Volksgruppen gehören (Guatemala hat in Mittelamerika den höchsten Anteil an indigener Bevölkerung). Der zweite große Bevölkerungsteil bildet mit 40 % Ladinos (8,3 Mio. / Nachkommen zwischen Indios und Europäern). An der Karibik-Küste gibt es die Garifuna. Die kleine Volksgruppe von Nachfahren aus Verbindungen westafrikanischer Sklaven und Kariben kamen aus St.Vincent. Die interessante Geschichte dazu ist, dass 1635 zwei Sklavenschiffe auf der Karibikinsel St. Vincent strandeten. Als die Briten 1795 das kleine Eiland eroberten, verschleppten sie die Garifuna auf Inseln vor Honduras, von wo sie später nach Belize und Guatemala kamen. 

 

Die Verstädterung ist relativ gering, nur etwa die Hälfte der Guatemalteken leben in der Stadt. Größte Stadt, Hauptstadt und eine der gefährlichsten Städte in Mittelamerika ist Guatemala-City im Hochland, die mit ihrem Umfeld über 1 Millionen Einwohner hat. Als Ballungsgebiet mit den benachbarten Städten Mixco und Villa Nueva beherbergt die Region über 2,5 Millionen Menschen. Die Stadt ist nicht wirklich ein Touristenziel. Sie ist in 25 Zonas eingeteilt, wobei Zona 1 der alte koloniale Stadtkern bildet und Zona 18 man meiden sollte, denn es gilt als gewalttätigste Viertel von Guatemala City. Die Gründung der Stadt erfolgte schon durch die Maya um 800 v. Chr., deren Relikte in einem Park in der Stadt zu besichtigen sind. Nachdem Antigua 1773 durch ein Erdbeben völlig zerstört wurde, wurde Guatemala-Stadt zwei Jahre später die neue Hauptstadt der Spanier in Mittelamerika. Auch Guatemala-Stadt wurde seit ihrer Gründung mehrfach durch Erdbeben zerstört. Nach dem schweren Erdbeben von 1918 wurde bestimmt, dass in der Altstadt nur 2-geschossig gebaut werden durfte. Das letzte verheerende Erdbeben war 1976. 

 

 

 

Reise-Tipps und Hinweise

 

Touristische Ziele in Guatemala sind: Atitlán-See, die Städte Antigua und Chichicastenango im Hochland, die Mayastadt Tikal im Petén, der Lago Izabal mit Rio Dulce und Livingston an der Karibikküste. 

Guatemala hat mit die höchste Gewalt-Quote der Welt. Das Auswärtige Amt schreibt über Guatemala: „Neben der allgemeinen Straßenkriminalität ist Guatemala Schauplatz von gewaltsamen Auseinandersetzungen unter Drogenkartellen, sowie zwischen Drogenkartellen und den staatlichen Sicherheitskräften, aber auch von interfamiliären tödlichen Gewalttaten, bei denen immer wieder Unbeteiligte Opfer werden. Die Hemmschwelle beim Einsatz von Gewalt ist sehr niedrig.“

 

Antigua Guatemala war von 1543 bis 1773 Hauptstadt der spanischen Kolonien in Zentralamerika. Von Mitte des 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war Antigua eines der wirtschaftlichen und kulturellen Zentren Mittelamerikas. Um 1750 hatte die Stadt mehr als 50.000 Einwohner und über 50 Kirchen. Die Stadt wurde 1773 durch ein Erdbeben völlig zerstört und Guatemala-Stadt in der Nähe wurde neue Hauptstadt. Rund um die Stadt etablierten sich Ende des 19. Jahrhundert große Kaffeeplantagen. Auch Antigua wurde 1976 durch das letzte schwere Erdbeben stark beschädigt. Die Stadt mit ihrer erhaltenen barocken Kolonialarchitektur ist seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe und eines der Top Touristenziele von Guatemala. Ein Muss beim Besuch der Stadt ist der „Turm der Zurückgezogenheit“ (Torre de Retiro) des Kapuziner Klosters. „Um einen kreisrunden Patio sind 18 kleine Zellen angeordnet, die von Nonnen des Franziskanerordens bewohnt waren.“

 

Panajachel & Lago de Atitlán Panajachel ist eine kleine und alte Stadt der Cakchiquel-Maya am Lago de Atitlán. Panajachel war 1523 Ort der letzten Schlacht der Mayas gegen die spanischen Konquistadoren unter Pedro de Alvarado. Die Spanier machten aus Panajachel das Zentrum ihrer römisch-katholischen Missionierung. (Die Fassade der 1567 erbauten Kirche ist noch erhalten.) Der Atitlán Vulkankrater-See ist der zweitgrößte See in Guatemala und laut Alexander von Humboldt „der schönste See der Welt“

 

Zunil ist eine kleine Stadt auf ca. 2.000 m ü. d. M. im Westen Guatemalas (Nähe der Stadt Quetzaltenango) und war Zentrum des Quichè Reiches, die damals aus dem vom nördlichen Tiefland kamen. Noch heute wird zu über 80 % die Sprache der Quiché ausgeübt. Die Stadt schmiegt sich an einen Hang und ist von den 3 Vulkanen Santo Tomas, Santa María und Santiaguito umrahmt. Von Zunil aus kann man sehr interessante Ausflüge in die Berge machen. Zudem gibt es rund um Zunil mehrere Thermalbäder, die aus den heißen Vulkan-Quellen gespeist werden.

 

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