Geschichte der Zuckerrohranbaus

Heimisch ist das Gras seit über 8000 Jahren in Neu-Guinea. Von dort gelangte es vor ca. 8000 Jahren auf die Philippinen und vor ca. 6000 Jahren nach Indien. In Indien ist die Zuckergewinnung aus Zuckerrohr erstmals nachgewiesen. Auch im alten Ägypten war die Zuckergewinnung schon bekannt. Vor 3000 Jahre wurde das Zuckerrohr in China, Indonesien und den Philippinen kultiviert und ist heute in allen tropischen und subtropischen Ländern verbreitet.

Über Indien wurde das Zuckerrohr in die arabische Welt übernommen. Europa erfuhr das erste Mal von der Existenz von Zuckerrohr zu den Zeiten Alexanders des Großen, dessen General Nearchos erzählte von einer eigenartigen Pflanze aus der man honigsüßen Rohstoff gewinnen könnte. Im 1. Jhd. n.Chr. erwähnt Plinius der Ältere, dass arabischer und indischer Zucker in der Medizin Verwendung findet.

Mit den Arabern folgte der Zucker der Ausbreitung des Korans: 636–711 n. Chr. arabische Invasion in Spanien (732 n.Chr. stoppte Karl Martell die Araber in Poitiers). Durch die arabische Expansion breitete sich das Zuckerrohr im gesamten Mittelmeerraum aus.

Im 8. Jahrhundert wurde Zuckerrohr durch die Venezianer erst auf Sizilien, dann auf Zypern, Malta, Rhodos, im Maghreb (Marokko) und an der Südküste Spaniens angepflanzt.

Kreuzzüge des Mittelalters
Kreuzzüge des Mittelalters

Die Kreuzzüge brachten Zucker als Genussmittel nach Westeuropa. Die Kreuzritter übernahmen die Kontrolle über den Anbau des Zuckerrohrs in den eroberten Gebieten.

Im 14. Jahrhundert verlagerten Spanier und Portugiesen ihre Plantagen auf die atlantischen Inseln (Kanaren, Madeira und Sao Tomè) und erprobten Anbau- und Handelsorganisationen, die dann im 16. Jahrhundert auf die Produktionsstätten in der Karibik und in Brasilien übertragen wurden.

Im späten 14. Jahrhundert kam es, dass die Böden im Mittelmeerraum ausgelaugt und die Wälder abgeholzt waren. Zudem wirkte die Pestepidemie zu einem massiven Einbruch der Zuckerproduktion im Mittelmeerraum. Dies wird von einigen Historikern als Beginn der Verknüpfung des arbeitsintensiven Zuckerrohranbaus mit dem Einsatz von Sklaven gesehen. Der Mittelmeerraum lieferte bis zur Entdeckung der Neuen Welt den gesamten Zuckerbedarf für Afrika, Europa und den Nahen Osten.

Auf der Suche nach dem Seehandelsweg nach Indien entdeckte Christoph Kolumbus die karibischen Inseln und nannte sie West-Indische Inseln. Auf seiner zweiten Reise 1493 brachte er Zuckerrohrstecklinge auf die Karibikinsel Hispaniola. Für 1494 ist die erste Bepflanzung von Zuckerrohr auf Haiti belegt. Nach der Anpflanzung des ersten Zuckerrohrs entwickelte sich die Karibik seit dem 16. Jahrhundert zur Hauptanbauregion für Zuckerrohr. Ab 1516 lief der Zucker-Export nach Europa an. Obwohl die Produktion von Beginn an exportorientiert war, wurden alle Waren zunächst nach Spanien verschifft, um dann auf den damaligen Weltmarkt angeboten zu werden. Die spanische Art der Kolonialisierung erwies sich für die Zuckerproduktion als Hindernis: Die kapitalintensive Anlage von Plantagen wurde von der spanischen Krone nicht gefördert. Es fehlte an Investitionskapital. Zudem hatten die spanischen Kolonisten mehr das Verlangen nach Ehre, Ruhm und schnellem Glücksritter-Reichtum und es schickte sich nach der feudalen Kultur des deshonor del trabajo (Geringschätzung der Arbeit) zu leben. Die Kolonisten entsprachen somit nicht einem homo oeconomicus, der im kapitalistischen Weltsystem zu Geld und Reichtum gelangt.

Da Zucker in Europa sehr begehrt war, waren alle europäischen Länder an den Westindischen Inseln interessiert. Die drei vorherrschenden kolonialen Mächte – Spanien, Portugal und England hatten drei verschiedene Produktionsweisen und Vertriebsstrukturen entwickelt. Diese lösten einander historisch zum Teil ab, teils koexistierten sie auch. So kam es, dass jede Kolonialmacht ein ihr spezielles Herstellungsverfahren benutzte und durch die jeweiligen Klimaverhältnisse spezielle Rumgeschmäcker entstanden. Die Kolonien bezeichnete man fortan als "Zuckerkolonien". Alle drei in die Zuckerproduktion involvierten Akteure – Spanien, Portugal (bzw. die Niederlande), England – gehorchten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts dem merkantilistischen Systems. Die Absicht des Merkantilismus (16. bis 18. Jahrhundert) ist die Stärkung des Staates mit dem handelspolitischen Ziel der aktiven Handelsbilanz, d. h. mehr Exporte als Importe.

Die Portugiesen brachten den Zuckerrohr nach Westafrika in die Bucht von Benin und kolonisierten Brasilien. Die portugiesische Kolonisierung in der Frühphase war auf die Bildung von Küstensiedlungen und die Etablierung von Häfen ausgelegt. Damit hatten Sie Umschlagplätze für die in der Küstenregion produzierten Ausbeutungswaren bzw. den Beutezügen aus dem Landesinneren. Die portugiesischen Kolonisten kooperierten im 16. Jahrhundert mit den damals reichen holländischen Händlern. Dadurch wurde die brasilianische Zuckerproduktion zu größten der Welt und verdrängte die Spanier aus dem Zuckergeschäft. Im Jahr 1625 stammte der gesamte europäische Zuckerimport aus Brasilien.

Nach dem Vertrag von Tordesillas von 1494 hatte England keine Gebietsansprüche auf das spätere Lateinamerika. Die Kolonialisierung Nord-Amerikas verfügte hingegen über eine ganz spezifische (für das Mutterland ungünstige) Stoßrichtung; es handelte sich um eine Kolonisierungsbewegung politisch-religiöser Dissidenten. Um doch etwas vom großen Kuchen des Zuckers abzubekommen gab es die staatlich organisierte Piraterie bzw. das Führen von Seekriegen in der Karibik. 1627 besiedelten die Briten Barbados, 1655 eroberten sie Jamaika. Der Handel war monopolisiert, die Produktion auf den Inseln wurde auf ein einziges Produkt (Zucker) reduziert. Auf diese Weise begann für London ab 1585 der Aufstieg zum bedeutendsten Raffineriezentrum für den europäischen Handel mit Zucker. Der Zucker wurde als Melasse nach England verbracht und dort weiter verarbeitet. Noch vor der dominanten Stellung im Anbau hatte England beinahe eine Monopolstellung in Vertrieb und Verarbeitung von Zucker errungen.

Der Anbau des Zuckerrohrs war sehr harte Arbeit und die Urbevölkerung der Karibik eignete  sich nicht für die Schwerstarbeit. Es begann der Sklavenhandel mit dem Triangel Trade. Es heißt dass die Sklaven mit den Resten der Zuckerproduktion versorgt wurden, d.h. In fester und flüssiger Form. Europäische Sklavenhändler tauschten an der westafrikanischen Küste Manufakturwaren (Gewehre, Alkohol, Stoffe usw.) gegen Sklaven und verkauften diese in der Karibik. Es wird geschätzt, dass zwischen 10 und 15 Millionen Afrikaner im Zuge Triangle Trade nach Amerika verschleppt wurden.

Triangle Trade
Triangle Trade

Frankreich hatte ebenfalls großes Interesse am karibischen Zuckerrohrgeschäft. 1763 gab es seine territorialen Ansprüche in Kanada, um von den Briten im Gegenzug die Inseln Guadeloupe, Martinique und St. Lucia anerkannt zu bekommen. Die Menschenrechte die durch die Französische Revolution errungen waren galten jedoch nicht für die Kolonien, denn die Nationalversammlung vom 20. März 1790 beschränkte die allgemeinen Menschenrechte aufs Mutterland. Die Franzosen brachten zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Zuckerrohranbau in ihre Kolonie Louisiana nach Nordamerika. Von 1796 bis 1800 stellten sich in Louisiana, wo bis dahin Tabak und Indigo angebaut wurde, über 60 Plantagen auf Zuckerrohr um. Die Plantagenbesitzer wurden schnell zu sehr reichen Menschen. Bis in die 1820er Jahren wurde Zuckerrohr zum Hauptanbauprodukt von Louisiana. In Florida, das neben Louisiana heute das zweite wichtige Zuckerrohranbaugebiet der USA ist, begann der Zuckerrohranbau großen Stils erst nach dem Sezessionskrieg.

Die Niederlande gaben ihre nordamerikanische Kolonie Nieuw Nederland an England ab, um ihre Herrschaft in Suriname zu sichern.

 

Bis zur Züchtung der Zuckerrübe aus der Runkelrübe Mitte des 18. Jahrhunderts blieb das Zuckerrohr die einzige Rohstoffquelle zur Zuckergewinnung.

Zuckerrohrplantagen

 

Für den Anbau und die Verarbeitung des Zuckerrohrs wurden großflächige landwirtschaftliche Betriebe mit Monokulturen von den Europäern in ihren Kolonien aufgebaut. Die klassischen Anbauprodukte auf den Plantagen waren neben Zuckerrohr: Tabak, Baumwolle, Kaffee, Tee, Kakao, Bananen, Ananas und Kautschuk. Die Bewirtschaftung der Plantagen war bis ins 19. Jahrhundert mit dem Sklavenhandel verbunden. Im 18. Jahrhundert war der Sklavenhandel an seinem wirtschaftlichen Höhepunkt angelangt. Die Abolitionsbewegung (kämpften für die Abschaffung der Sklaverei) wurde erst bedeutend, als der Sklavenhandel nicht mehr lukrativ war. Im 19. Jahrhundert ersetzten Wanderarbeiter oder Kontraktarbeitern aus Europa die Sklavenarbeiter. Es waren vor allem verarmte Bauern und Handwerker, die durch Verschuldung in das Zwangsverhältnis kamen (z.T. durch die Kosten der Überfahrt nach Amerika).

Bis zur Züchtung der Zuckerrübe aus der Runkelrübe Mitte des 18. Jahrhunderts blieb das Zuckerrohr die einzige Rohstoffquelle zur Zuckergewinnung.

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