Appleton Estate

Der Appleton Estate Jamaica Rum ist der bekannteste Rum aus der ältesten Plantage und Brennerei auf Jamaika. Die ältesten Belege der Rum-Destillation von Appleton stammen aus dem Jahr 1749, wobei die Ursprünge auf 1655 zurückgehen, als die Briten Jamaika von den Spaniern übernahmen. Das Anwesen bekam damals die Familie Frances Dickinson für den Verdienst während der Eroberung von Jamaika über die Spanier geschenkt. Die Dickinson Erben verkauften Appleton Estate 1845 an die ansässige jamaikanische Familie William Hill. Später wurde das Anwesen von A. McDowell Nathan einem erfolgreichste Unternehmer aus Jamaika gekauft. Er machte die Rums von Appleton Estate weltweit bekannt. 1916 ging Appleton Estate an J. Wray & Nephew Ltd. über.

Das Anwesen befindet im Tal von Nassau in St. Elizabeth im Südwesten Jamaikas. Hier im Cockpit Country südöstlich von Montego Bay liegt das 650 km² Kalkstein Plateau 600 m über dem Meer und ist durch typische Karsterosion geprägt. Dies bedeutet u.a. dass viele Täler durch rundliche, kegelförmige Hügel getrennt sind. Eine gängige Landschaftsbeschreibung ist, dass es aussieht wie ein riesiges Tablett für Eier. Im Tal von Nassau herrscht ein Mikroklima, das in Verbindung mit den mineralreichen vulkanischen Böden beste Wachstumsbedingungen für Zuckerrohr aufweist und mit dem Black River einen permanenten Lieferanten für weiches Wasser besitzt.

Appleton Estate im Cockpit County, Jamaika  - Foto von Wray & Bephew Ltd.
Appleton Estate im Cockpit County, Jamaika - Foto von Wray & Bephew Ltd.

Sie unterhalten auf 4,614 Hektar eigene Zuckerrohr-Anpflanzungen, die seit 2010 zu 100 % mechanisch, ohne die Felder vorher abzubrennen, geerntet werden. Der durch das Anwesen fließende Black River dient der Bewässerung der Zuckerrohrfelder. Der jährliche Ertrag leigt je nach Ernte bei ca. 200.000 Tonnen Zuckerrohr. Die aus der Zuckerproduktion gewonnene Melasse bietet die Grundlage für die Appleton Estate Rums.

Auf dem Gelände von Appleton Estate befinden sich eine Zuckerfabrik mit Mühle, die Brennerei mit 5 Pot Stills, mit je 20.000 Liter Volumen, und einer mehrspaltigen kontinuierlichen Anlage. Zudem wurde vor einigen Jahren noch eine weitere Brennerei mit dem Namen Wray & Nephew installiert, in der andere Rums und sonstige Spirituosen hergestellt werden. Die jährliche Produktionsmenge an Alkohol beträgt 20.5 Millionen Liter, dies circa 10 Millionen Liter Rum pro Jahr.

Die Rum Produktion

 

Die Zuckerrohrernte beginnt im Dezember eines Jahres und dauert durch die Verwendung der verschiedenen Zuckerrohrarten ½ Jahr. Die bis zu sieben Meter hohen Süßgräser sind zwar mehrjährig, werden in der Regel jedoch nach sechs Jahren ersetzt, da die Qualität und Quantität des Zuckern dann abnimmt. Nach der Ernte wird das Rohr frisch in die Zuckermühle gebracht und möglichst schnell gepresst um den Zuckergehalt des Zuckerrohrs nicht zu verlieren. 

Die erhaltene Melasse aus der Zuckerproduktion wird mit Wasser, Skimming und Dunder vermischt. Die Verdünnung erfolgt um den Zuckeranteil auf ca. 15 % zu senken. Bevor die Gärung durch die Zugabe von Hefe aus dem eigenen gezüchteten Hefestamm eingeleitet wird, wird diese „live wash“ auf 65-80 C° erhitzt. Die beginnende Fermentierung dauert bei Appleton um die 30 Stunden. Die resultierende alkoholische Flüssigkeit ist die Zuckerrohrmaische („vesou“). Bei Appleton auf Jamaika wird sie „dead Wash“ genannt.

Auf die Gärung im Gärtank folgt die Destillation. Durch die Destillation wird der Alkohol vom Wasser und anderen Substanzen getrennt. In der Appleton Destillerie stehen die Brennapparate "Pot Stills" und „Continious Stills“ in einer großen Halle, in der Temperaturen bis zu 50° C herrschen. 

Ergebnis dieses Prozesses ist zum einen Rum mit > 85%, der sogenannte "high wine" und "low wine". Die high- und low wine werden in die nächste Destillationscharge gegeben.

Nach der Destillation werden die Rums wie zu Zeiten von Herrn Wray nach Kingston gefahren. Auf dem Kingston Komplex befinden sich sieben große Lagerhäuser, eine eigene Küferei, die Blending-Station und die Abfüllanlage. Die frischen Rums werden hier in die Eichenfässern aus amerikanischer Eiche gefüllt und in einer der Lagerhäuser befördert, in denen sich rund 240.000 Fässern befinden.

Die Reifung findet bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C statt. Durch die unterschiedlichen Zuckerrohrarten, Brennmethoden und Reifezeiten kann eine breite Palette von Rums kreiert werden. Nach der Reifung blended Joy Spence mit ihrem Team die Rums. Das Blenden bewirkt u.a. auch einen permanent gleichen Geschmack einer Rum-Marke.

Die Rum Variationen

 

Es werden sehr unterschiedliche Rums hergestellt, teilweise sehr dunkel und Melasse-lastig, jedoch ohne die für viele jamaikanische Rums sehr hochestrige, fruchtige Ausprägung. Appleton Rum ist weicher, duftender und leichter als der typische Jamaica Rum. Eine  Besonderheit ist, dass es sich bei den Altersangaben tatsächlich um die Mindestreifung handelt, was bei Rum nicht unbedingt gängig ist. Die Range von Appleton ist folgende:

(für Infos zu den einzelnen Rum auf das jeweilige Bild klicken)

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