Bladnoch Distillery

Die Bladnoch Distillery war bis zur Eröffnung der Annandale Disitllery die südlichste schottische Whisky-Brennerei und wurde 1817 von der Whisky-Firma McClelland am Ufer des Bladnochs bei Wigtown gegründet. Wigtown befindet im Council Dumfries und Galloway, rund 2 ½ Stunden von Glasgow entfernt. Seit 2015 wird nach einer Pause von 7 Jahren durch den Verkauf der Bladnoch Distillery an den australischen Unternehmer David Prior wieder Whisky produziert.

Bladnoch Distillery
Bladnoch Distillery

Galloway ist die Landschaft die aus den beiden Shires Kirkcudbright und Wigtown besteht und nach dem auch die Galloway-Rinder benannt sind. Das Galloway ist ein Hausrind, das ganzjährige im Freien gehalten werden kann. Der römische Dichter Livius (um 200 v. Chr.) beschrieb schon die Galloways und da die Römer das Fleisch der Rinder mochten, waren die Galloways die einzigen Lebewesen, die den Hadrianswall passieren durften. Der Hadrianswall war die nördliche Grenze der römischen Provinz Britannia und diente zur Abwehr gegen die schottischen Stämmen.

Galloway
Galloway

Geschichte

 

Die Brennerei wurde 1817 von den Brüdern John und Thomas McClelland gegründet und nur im Winter genutzt. Die McClellands waren im 19. Jahrhundert bekannte Größen im Blending Geschäft. 

 

1995 wurde das Anwesen Bladnoch vom nord-irischen Bauunternehmer Raymond Armstrong und seinem Bruder Colin von United Distillers (heute Diageo) gekauft, mit der Absicht eine Feriensiedlung daraus zu machen. Die Brüder entschieden sich dann im Jahr 2000 jedoch die Destillerie wieder in Betrieb zu nehmen. Durch Vertragsänderungen mit Diageo konnte die Erlaubnis eine Produktionsmenge von max. 1.000 hl pro Jahr zu erzeugen. Durch diese Ertragsbegrenzung wollte Diageo ihre Lowland-Brennerei Glenkinchie vor Konkurrenz bewahren. John Herries (einer der Mitarbeiter der bei der letzten Schließung der Brennerei seinen Job verlor) wurde eingestellt.

In den ersten Jahren wurde viel in die Brennerei investiert, aber nicht kontinuierlich destilliert. Die ersten Flaschen wurden erst 2008 abgefüllt, aber auch die letzten Chargen an New Make produziert. Ein großes Problem waren die unterschiedlichen Ansichten der Brüder über die Entwicklung und das Marketingkonzept der Brennerei. Seit Jahren gab es die offene Frage: wird verkauft oder wird weiter gemacht?

In den letzten Jahren tat sich nicht viel in der Brennerei. Es soll u.a. auch einige Probleme mit der Liquidierung gegeben haben, da sich die Brüder Armstrong nicht einigen konnten. Folge war, dass Fässer von Brokern nicht aus den Lagerhäusern von Bladnoch genommen werden durften. Einige Interessenten gab es, die die Brennerei kaufen und weiterführen wollten, wie z.B. die Arran-Brennerei. Auch stand ein indischer Investor (Vatika Group), der sich neu im Whisky-Geschäft betätigen wollte, kurz vor der Übernahme.

Ende gut - Alles gut. Die Bladnoch Distillery wurde doch noch verkauft und zwar an den australischen Unternehmer David Prior. Als Geschäftsführer konnte Gavin Hewitt, der ehemalige Geschäftsführer der Scotch Whisky Association (SWA) gewonnen werden, und als Master Distiller und Blender wurde Ian Macmillan engagiert. Das klingt nach einem zukunftsorientierten Plan mit einem kompetenten Team.

David Prior - neue Besitzer der Bladnoch Distillery; Photo von Bladnoch Distillery
David Prior - neue Besitzer der Bladnoch Distillery; Photo von Bladnoch Distillery

Zeittafel

 

1817    von Thomas McClelland mit 3 Brennblasen gegründet

1878    Erweiterung der Brennerei und zur Kapitalgewinnung Umwandlung zur Aktiengesellschaft

1905    die Produktion wird eingestellt

1911    Dunville’s Royal Irish Distillery aus Belfast kauft die Brennerei und beginnt im Oktober 1912               wieder die Whisky-Produktion

1937    wurde Bladnoch geschlossen

1938    die Destillerie wird an Ross & Coulter verkauft, die Brennblasen wurden abgebaut

1956    unter der Führung der Bladnoch Distillery Ltd. mit 2 Brennblasen eröffnet.

1964    wurde die Brennerei an die Glasgower Blender McGow & Cameron verkauft, welche 1966 zwei             weitere Brennblasen einbauten. McGow & Cameron waren Teil der Royal Irish Distillers Group.

1973    kauften Inverhouse Distillers die Brennerei

1983    Verkauf an Arthur Bell & Sons

1985    Übernahme von Bell & Sons und der Bladnoch Distillery zu United Distillers

1993    Stilllegung durch UD

1973    von Inver House gekauft

1983    von Arthur Bell & Sons gekauft

1985    zu  U.D. (UDV, Diageo)

1993    geschlossen.

1994    von Raymond & Colin Armstrong & Frauen gekauft.

2000    von U.D. (heute DIAGEO) die Erlaubnis kleine Mengen Whisky zu produzieren.

2009    erste neue Abfüllung, 8 Jahre und letzte Destillation

2014    im März wurde ein Insolvenzverwalter für die Baufirma von Raymond Armstrong bestellt.

2015   Verkauf der Bladnoch Distillery an den australischen Unternehmer David Prior.

Produktion

 

Das Wasser zur Kühlung der Apparaturen stammt aus dem Fluss Bladnoch. Bladnoch kauft sein Malz, wie viele andere Whisky-Brennereien, von Simpsons Malt ein. Es wird auch unter dem neuen Besitzer wohl getorftes und ungetorftes Malz verwendet. Das Getreide wird in einer 4 Walzen Boby Mill gemahlen. Das entstandene grist wird in einem 5,4 Tonnen großen Edelstahl-Maischbottich (semi lauter mash tun) eingeweicht, damit die Stärke aus dem Malz zu Zucker abgebaut wird. Dabei entstehen 3 Hauptzucker und 47 sonstige Zuckerarten. Um den Zucker aus der Stärke zu gewinnen wird der grist im Verhältnis 1:4 mit heißem Wasser vermischt. Dieser Prozess wird 3-mal mit unterschiedlich temperiertem Wasser durchgeführt, wobei die Würze des 3ten Durchlaufs nicht in die wash backs geht, sondern für den nächste Charge des Maischens verwendet wird. Das Ergebnis ist eine gärungsfähige Flüssigkeit, die bei den deutschen Bierbrauern Würze und bei den schottischen Whisky-Machern wort gebannt wird. Diese Maltose-reiche Flüssigkeit wird zunächst im underback gesammelt.

Bladnoch Distillery mash tun
Bladnoch Distillery mash tun

Nach der Maischung wird die Fermentation mittels Hefe eingeleitet. Dazu wird die Würze  nach dem Maischen auf 18-20 °C abgekühlt und in drei der sechs vorhandenen Gärbottiche („wash backs“) gepumpt. Die traditionellen wash backs bestehen aus Douglasienholz. Die Hefe hat die Aufgabe in der Gärung den gelösten Zucker in Alkohol umzuwandeln. Das wort wird zum wash. Der Alkoholgehalt liegt nach der Gärung ca. 8,5 % Vol. Alkohol.

Bladnoch Distillery wash backs
Bladnoch Distillery wash backs

Das wash aus der Fermentation wird in der wash still (13.500 Liter Fassungsvermögen) erhitzt, so das die entstehenden alkoholischen Dämpfe über Helm und Schwanenhals aufgefangen und im Kondensator abkühlen und kondensieren. Damit hat sich der Alkoholgehalt auf ca. 24 % Vol. erhöht.

In der zweiten Brennblase der spirit still (Fassungsvermögen 10.000 Liter) werden die das destillierte Ergebnisse getrennt. Zunächst werden die leicht flüchtigen und z.T. giftigen Methanole im Vorlauf abgetrennt. Dann entsteht der gewünschte Mittellauf, mit dem höchsten Ethanolgehalt und dem niedrigsten Anteil von Verunreinigungen. Der Nachlauf wird ebenfalls abgesondert. Die Jahresproduktion lag unter den Armstrongs, bedingt durch die Verträge mit Diageo, bei lediglich 250.000l Alkohol, obwohl eine Produktion von 1 Millionen Liter Alkohol pro Jahr möglich wäre.

Bladnoch Distillery stills
Bladnoch Distillery stills

Das New Make wird in Ex-Bourbon und und zum Teil in Ex-Sherry-Fässer mit 63,5 % Vol. Alkohol gefüllt. Die 8 Lagerhäuser auf dem Areal der Brennerei werden nicht alle für die eigene Produktion verwendet.

Bladnoch Distillery Warehouse
Bladnoch Distillery Warehouse

Abfüllungen

 

Bladnoch-Whiskys gelten als weich und frisch mit Zitronen-Aromen. Die Single Malts der Armstrongs wurden zum ersten Mal im April 2008 abgefüllt. In der Flora & Fauna Serie von Diageo gab es eine 10-jährige und diverse Einzelfass-Abfüllungen aus der Rare Malt Serie. Auch von einigen unabhängigen Abfüllern gibt es Single Malts aus der Produktion vor 1994.

 

Von den Single Malts der Armstrongs gibt es von 2008 bis 2014 jeweils drei Varanten aus einem Jahrgang. Ab dem Jahr 2010 kamen dann noch die Varante der Distillers Choice auf den Markt, bei dem einige unterschiedlich alte Fässer vermählt und mit 46 % Vol abgefüllt wurden.

 

 Die Abfüllung des alten Besitzers, Diageao oder UDV ist in der FLora und Fauna Serie erschienen:

 

Die erste Abfüllung des neuen Besitzers soll noch in diesem Jahr (2016) auch auf dem deutschen Markt erhältlich sein:

Bladnoch Single Malt Whisky
Bladnoch Single Malt Whisky

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