Balvenie Distillery

Balvenie ist die zweite Brennerei die auf dem 14 Hektar großen Gelände der Glenfiddich Distillery, neben den beiden anderen Malt-Brennereien des Unternehmens: Kininvie und Glenfiddich, der Abfüllanlage, einer Küferei und einer Schmiede. Die Single Malts der 3 Brennereien sind trotz des gleichen Quellwassers vollkommen unterschiedlich. Nur bei den Grants, Glenfarclas und Springbank befinden sich die Destillerien seit ihrer Erbauung im Besitz der Gründerfamilie.

Balvenie Distillery
Balvenie Distillery

Geschichte

 

Zur Sicherung der Quelle Robbie Dubh für seine 1887 errichtete Brennerei Glenfiddich kaufte William J. Grant das umliegende Land mit einem alten ruinösen Herrenhaus mit Gutshof (dem Balvenie Castle, mit dem Ursprung aus dem 13. Jahrhundert). Auf den Ruinen dieses Schlosses erbaute er 1892 mit seinen Söhnen nach nur 5 Jahren Glenfiddich seine zweite Destillerie Balvenie. In den Gebäuden selbst sind Steine aus dem Schloss des 13. Jahrhunderts zu finden (aber es wurden keine Steine aus den Ruinen genommen, betont Peter Hofmann in seinem Buch). Das erste Destillat floss am 1.5.1893 aus den Brennblasen.

Ein Feuer bei Glenlivet bot den nötigen Markt für die Versorgung der Blender. Beim Bau von Balvenie verwendete man analog zu Glenfiddich gebrauchte Brennblasen. Im Falle Balvenies stammten sie von Lagavulin und Glen Albyn.

Das Areal mit den Brennereien steht in Dufftown einer Kleinstadt im Nord-Osten der Highlands, am dem die Flüsse Fiddich und Dullan Water sich treffen. Die Stadt hat rund 1500 Einwohner. Besonderheiten der Stadt ist die am Stadtrand liegende Mortlach Church, deren Ursrünge im 6. Jahrhundert liegen und zu den ältesten Kirchen in Schottland zählt. Auf dem benachbarten Friedhof findet sich auch ein piktisches Kreuz. Ende des 12. Jahrhunderts wurde Balvenie Castle errichtet und die Siedlung zu seinen Füßen entsprechend Balvenie genannt. 1817 gründete dann James Duff, der 4. Earl von Fife, an dieser Stelle die Stadt Dufftown als Unterkunft für heimkehrende Soldaten und benannte sie nach sich selbst.

Dufftown Mortlach Church
Dufftown Mortlach Church

Herstellung

 

Balvenie benutzt das gleiche Wasser der Robbis Dush Sring wie Glenfiddich und Kininvie. Das Besondere in der Produktion bei Balvenie ist: Balvenie betreibt noch eigene Mälzböden in einem mehrstöckigen Mälzhaus. Hier werden ca. 10% der benötigten Gerste selbst gemälzt. Vier Männer wenden zur Temperaturregulierung schichtweise rund um die Uhr das keimende Korn. Das Getreide kommt zum Teil von der angrenzenden Farm "The Mains of Balvenie", die ebenfalls der Gründerfamilie gehört.

 

Robbie Dhu Quellwasser
Robbie Dhu Quellwasser

Die gemälzte Gerste wird anschließend im Darrofen (kiln) der Brennerei zuerst 12 Stunden über Torffeuer, anschließend 28 Stunden über Kohlenfeuer getrocknet. Der Torf stammt aus dem Umland von Tomintoul. Im Maischehaus steht ein Maischebottich aus Edelstahl mit Deckel (lauter mash tun). Die wort aus dem mash tun kommt in einer der 9 Gärbottiche aus Douglasienholz oder 5 aus Edelstahl, die ein Fassungsvermögen von je 50.000 Liter besitzen.

 

Im Stillhaus, das aus 2 Räumen besteht, stehen inzwischen 9 Brennblasen. Im großen Raum, die man in einer Besichtigungstour sehen kann stehen je 3 wash und sprit still, im benachbarten kleinen Raum die restlichen 2 wash und 1 spirit stills. Die Rohbrand-Brennblassen haben eine Kapazität von jeweils 12.729 Litern. Zwei spirit stills haben eine den wash stills entsprechende Kapazität, die zwei anderen fassen jeweils 9.092 Liter. 

Die Brennblasen sind mit Rückfluss-Kugeln ausgestattet, die hier „the Balvenie Balls“ genannt werden. Damit lassen sich schwere und leichte Bestandteile besser trennen. Die zusätzliche Oberfläche erhöht die Wärmeabgabe an die Umgebung und fördert den Rückfluss der kondensierten Tröpfchen in den Kessel. So bleibt die gegebene Höhe der Brennblase vollständig für die Trennung der leichteren Dampfanteile vorbehalten, d.h. im Kurzen der Rückfluss (=reflex) wird erhöht. Der Schwanenhals geht sehr leicht nach unten, deren Stellung im Allgemeinen für schwere Destillate verwendet wird. 

Zur Lagerung der in den drei Brennereien hergestellten Whiskys kaufte Grants 1990 die stillgelegte Convalmore Brennerei. Die meisten Fässer sind EX- Bourbon Barrels und lagern in modernen Paletten-Warehosues. Im Warehouse 24, dem ehemaligen Keller des Balvenie Hauses reifen einige auserwählte seltene und teure Fässer.

Balvenie Warehouse
Balvenie Warehouse

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